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Sonia Delaunay-Terk

Gradižsk 1885 - Paris 1979


Sonja Delaunay-Terk, geborene Stern, wird 1885 in Gradizsk in der Ukraine geboren. Schon sehr früh entdeckt Delaunay ihre Leidenschaft für die Kunst und absolviert von 1903 bis 1905 ein Zeichenstudium an der Karlsruher Akademie der Bildenden Künste. Anschließend siedelt sie nach Paris über. Während ihrer Ausbildung an der dortigen Académie de la Palette schafft Delaunay Werke, denen die Inspiration beispielsweise durch Paul Gauguin, Vincent van Gogh und die Fauves deutlich abzulesen ist. Ihre im Jahr 1910 geschlossene Ehe mit Robert Delaunay, einem aufstrebenden Künstler der Pariser Avantgarde, ist durch den wechselseitigen künstlerischen Austausch gekennzeichnet. Beide Künstler setzen sich intensiv mit der Darstellung von Licht und Bewegung auseinander und finden auf der Grundlage des Simultankontrastes zu einer neuen künstlerischen Ausdrucksform. Ihren Gemälden gehen zahlreiche Farbstudien voraus, die sich mit der Problematik von Licht, Farbe und Bewegung auseinandersetzen. Sonja Delaunays Gemälde "Bal Bullier" aus dem Jahr 1913 setzt sie die Vorstellung der rhythmischen Tanzbewegung in kreisenden Formen um, die in der Bildmitte mit reinen Farben vermischt sind. Die Übertragung dieser künstlerischen Absichten auf die Alltagskultur, vom Modedesign über Inneneinrichtung bis hin zur Buchgestaltung, lassen die Künstlerin zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der Art-déco-Bewegung werden. So entstehen 1913 die ersten sog. Simultankleider, die den Dichter Blaise Cendrars zum Gedicht "Sur la robe elle a un corps" anregen. Nach einem Portugalaufenthalt im Jahr 1914 lebt Sonja Delaunay mit ihrer Familie in Madrid. In der spanischen Stadt Madrid lernt sie Serge Diaghilev (1872-1929) kennen, für dessen "Ballets Russes" sie Kostüme und Ausstattungen entwirft. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kehrt sie nach Paris zurück, anschließend entstehen unter anderem Ausstattungen für dadaistische Theaterstücke sowie für verschiedene Filme. Die Dekoration eines Pavillons auf der Weltausstellung im Jahr 1937 bildet einen Kulminationspunkt als Gemeinschaftswerk des Ehepaares. Die Künstlerin wird für ihr Fresko "Portugalim "Pavillon des Chemins de Fer" mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges widmet sich Sonja Delaunay wieder verstärkt der Malerei und schafft in einer äußerst intensiven und kraftvollen Arbeitsphase die umfangreichen Bildserien "Rythme", "Rythme coloré" und "Rythmes-couleurs". Im Jahr 1976 verstirbt Sonja Delaunay in Paris.


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